„Wenn ich damals gewusst hätte, was ich jetzt weiß…

Wie Andy sich auf das Weltreise-Abenteuer vorbereitet.

Bei seinen letzten Vorbereitungen für „The Marathon Ride“ stellte der von BMW Motorrad unterstützte Biker Andy Dukes fest, dass er die Reise seines Lebens mindestens sechs Monate früher hätte planen sollen. Wenn aber Zeit und Geld knapp sind, muss man manchmal alles in zwei Monate quetschen. Hier sind Andys Top-Tipps, um sich auf ein Weltreise-Abenteuer vorzubereiten.

Eine große Welt, eine große Community von BMW Motorrad-Motorradfahrern.

Kompromissbereit sein.

Zunächst einmal weiß ich, was für ein Glück ich habe, eine Reise wie diese machen zu können. Ich habe allerdings hart gearbeitet und eisern gespart, und ich glaube, dass ich mit meinem Budget um die Welt reisen kann. Da ich jedoch gerne arbeite, machte ich so lange ich konnte weiter – bis Ende 2016. Erst jetzt wird mir klar, dass ich mir mehr Zeit für die Vorbereitung hätte nehmen sollen. Ich hatte keine Ahnung, wie viele Aufgaben ich vor meiner Abreise erledigen muss. Daher sollten alle Möchtegern-Abenteuerreisende folgende Ratschläge beherzigen, damit sie nicht die gleichen Fehler machen wie ich.    

Mach Dir keine Gedanken um das Motorrad.


Höre beim Motorrad auf dein Bauchgefühl. Jeder hat seine klare Meinung zu diesem Thema; es kommt auf Dein fahrerisches Können an, wie viel Ausrüstung Du mitnehmen möchtest, ob Du den Kardanantrieb dem Kettenantrieb vorziehst und natürlich auf Dein Budget. Die einfache Tatsache ist, dass Du auf einem Scooter um die Welt fahren kannst – es gibt Leute, die dies gerade tun. Verwende daher nicht zu viel Energie auf diese Entscheidung.

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Neugierig, mehr über Reifen zu erfahren. − Man kann nie wissen, was auf einer Reise alles passiert.

Die Tücken des Papierkrams

Im Gegensatz zu dem, was manche Biker sagen, kannst Du nicht einfach Deine Koffer packen und dem Sonnenuntergang entgegenfahren – jedenfalls nicht, wenn Du Grenzen passieren möchtest. Abhängig von Deiner Nationalität und der aktuellen politischen Lage, brauchst Du eine ganze Menge wichtiger Dokumente. Ich rate, Deine Papiere vor allem anderen in Ordnung zu bringen, weil Du in fast allen Fällen sonst nicht auf Reisen gehen kannst. Ich rede von Reisepässen, Visa und Carnets.

Der REISEPASS muss viele leere Seiten für Stempel und Visa haben und muss nach der geplanten Rückkehr noch mindestens sechs Monate gültig sein. Ich beantragte einfach einen neuen mit 50 Prozent mehr Seiten, der mit Sicherheit mit Stempeln gefüllt wird. Für den Fall, dass mein Reisepass gestohlen oder eingezogen wird oder dass es Schwierigkeiten mit dem Besuch bestimmter Länder gibt, habe ich mir außerdem einen zweiten Reisepass besorgt.

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Bringe deine Papiere vor allem anderen in Ordnung.

Andy Dukes

Bei den VISA gibt es alle Arten von Anforderungen und Beschränkungen für den Besuch bestimmter Länder, die sich ständig ändern. Deshalb noch einmal: Beginne am besten früh. Natürlich musst Du Deine Route kennen, damit Du weißt, welche Visa Du benötigst. Auf der Website des Auswärtigen Amts Deines Landes müsstest Du aber aktuelle Informationen finden. Für manche Länder ist ein „Bürge“ erforderlich, d. h. ein persönliches Einladungsschreiben oder ein Nachweis, dass Du ein „Paket“ für eine organisierte Tour gebucht hast. Soviel ist klar: Es wird sicherlich schwieriger, die sogenannte Freiheit von Überlandreisen zu genießen. Dann musst Du Dich entscheiden, ob Du Stunden, Tage oder Wochen damit verbringen möchtest, persönlich Botschaften und Konsulate aufzusuchen, um Deine Visa zu erhalten, oder ob Du besser eine Agentur für diese Lauferei bezahlst. Das kostet zwar, aber sie wissen, was sie tun.

Das CARNET ist wahrscheinlich das wichtigste Dokument, das Du brauchst, wenn Du Länder wie Iran, Pakistan, Indien, Afrika usw. besuchen möchtest. Hierbei handelt es sich um ein temporäres Importdokument für Dein Motorrad, für dessen Beschaffung Du Zeit und Geld brauchst. Wenn es bei der Rückgabe nicht ordnungsgemäß ausgefüllt ist, kannst Du die happige Kaution, die Du bei den Unternehmen hinterlegen musst, die Carnets bereitstellen, außerdem teilweise oder ganz verlieren. Es gibt keine Schnellverfahren. Erkundige Dich deshalb, bezahle und hüte es wie deinen Augapfel. Dann sind da noch der obligatorische internationale Führerschein, die grüne Versicherungskarte, Personen- und Krankenversicherung, Finanzen usw. Die Liste ist noch länger. Kläre dies alles im Vorfeld ab und schiebe es nicht auf die lange Bank.

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Andy sucht die ideale Route.

In welche Richtung?

In welche Richtung?

Routenplanung sollte Spaß machen. Doch erst wenn Du Dich eingehender damit beschäftigst, wirst Du feststellen, dass der vor Dir liegende Weg alles andere als geradlinig ist. In meinem Fall hätte mich die ideale Route in Richtung Osten durch die „Stans“ (Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan usw.) geführt. Zu der geplanten Reisezeit zwangen mich die unvorhersehbare Wetterlage, Schnee und Erdrutsche in den hoch gelegenen Gebirgspässen jedoch zu einer südlicheren Route. 

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Kleinere Defekte muss Andy selbst beheben können.

Ein abgelehntes Visum für Pakistan bedeutet nach der Fahrt durch den Iran, dass ich stattdessen nach Dubai hüpfen und das Motorrad nach Indien verfrachten muss. Besorge Dir zur Routenplanung vorab qualitativ hochwertige, wasserfeste und reißfeste Karten aus Papier und studiere sie gut. Wenn Du GPS nutzen möchtest, solltest Du nicht davon ausgehen, dass deine Satellitennavigation wie in Westeuropa funktioniert. Sei auf Herausforderungen bei der Route gefasst und stelle Dich den Herausforderungen mit einer positiven Einstellung.    

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Gesund bleiben.

Es versteht sich von selbst, dass Du unterwegs fit bleiben musst – eine gesunde Ernährung und eine gute Flüssigkeitszufuhr sind unerlässlich. Achte darauf, was Du isst und trinkst. Esse und trinke gut, wann immer Du die Möglichkeit dazu hast. Nimm immer Snacks mit, damit Du Energie tanken kannst, wenn Du müde bist. Und wenn Du wie ich Kochausrüstung mitnimmst, solltest Du eine Ahnung davon haben, wie Du mit nur wenigen Zutaten eine nahrhafte, schmackhafte Mahlzeit zubereiten kannst. 
 

Dann sind da noch die gefürchteten Impfungen. Da draußen gibt es ein paar fiese Krankheiten; und sogar eine Schutzimpfung gegen diese Krankheiten können Dir zusetzen. Du solltest also wissen, was Du brauchst, und Dich frühzeitig impfen lassen. Ich lag nach einer Reaktion auf ein paar Impfungen (Gelbfieber und Hepatitis) einige Tage flach, was meine Cholera-Behandlung verzögerte. Die Krankheit und der Energieverlust forderten ihren Tribut in Bezug auf meine Planung. Deshalb gilt wie bei allem: Früher ist besser.

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Kleidung, Ersatzteile, Dokumente? Und was ist mit elektronischen Geräten?

Mehr als Ausrüstung.

Man könnte ein Buch über dieses Thema schreiben; und es gibt einiges an Literatur dazu. Ich werde deshalb nicht ins Detail gehen, abgesehen von dem Hinweis, dass das Motorrad umso schwerer wird, je mehr Du mitnimmst, und es sich umso schwerer aufheben lässt, wenn es umfällt – und es wird umfallen. Stell Dir Deine Reise als einmalige Gelegenheit vor, um alles, was Du im Leben brauchst, in zwei Seitenkoffer, einen Tankrucksack und einen wasserdichten Sack zu packen.

Mit so wenig Platz musst Du Motorrad-Werkzeug, Ersatzteile, Betriebsstoffe (Öl, Kettenöl, Kühlmittel), Kochausrüstung, Zelt, Schlafsack, Isomatte, die gesamte Kleidung (einschließlich − in meinem Fall − Laufkleidung und Trainingsschuhe), Waschzeug, Essen, Wasser und (wenn Du Deine Reise dokumentieren möchtest) ein mobiles Büro unterbringen.   

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In Kontakt bleiben.

Wir haben das Thema Kommunikation oben kurz angeschnitten; wenn Du aber wie ich ein paar Storys verkaufen musst, um Benzin in den Tank füllen zu können, brauchst Du einen Laptop, Filmausrüstung, Mikrofone und vieles mehr. Und, sosehr ich auch Spiegelreflexkameras, Objektive, Stative und Beleuchtungsausrüstung mitnehmen möchte − es ist einfach nicht möglich. Stattdessen investiere ich Zeit, um die effektive Nutzung von Go-Pro- und Sena-Kameras, iPhones, Rode Mini-Shotgun-Mikrofonen und anderen Ausrüstungsteilen zu erlernen.

Ein letzter Rat.

Schließlich und endlich: Vergesst nicht, die ganze Begeisterung und Vorbereitung für das zu genießen, was bis dato die aufregendste Sache in eurem Leben ist. Man verliert sich schnell in den Details und der Planung und vergisst, dass man dabei ist, etwas Besonderes zu tun. Hole tief Luft, denke daran, dass Du einer der glücklichsten Jungs oder eines der glücklichsten Mädels bist, den bzw. die Du kennst, und lächle. Es ist das Beste, was Du jemals gemacht hast.     

 

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Ein glücklicher Typ, der etwas Besonderes macht.

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